28. März 2008

Am Meer

Das himmelblaue Briefpapier
Das sich verspielt und unbestimmt durchwühlt
Auf einer Strandbank Herr und Frau Spazier
Die freien Blicke Salz und Wind umspült
Was denken sie? Und denken beide wenn?

Und denken sie dasselbe, Gleiches, wenn?
(mw)
(mcl)

21. März 2008

Storchenlied

Sie standen da im morgenfrischen Feld
Und stöberten nach tauverfangenen Fröschen
Ich kam auf meinem Fahrrad angeschnellt
Und wollte gerad’ zur Arbeit weiterpreschen

Da sah ich sie, die Störche auf der Wiese
Gemütlichkeit mit Flügeln in schwarzweiß
Nur selten sah ich Eleganz wie diese
Als sei ihr ganzes Tun nur halber Fleiß


Gemächlich staksten sie als überlegten

Sie jeden Schritt genau, bevor getan
Auch wenn sie sich dadurch nicht schnell bewegten
Es schien als störten sie sich nicht daran

Ein lauter Klingelton rief mich zurück
Auf meinem Fahrbahnstreifen und so sind
Wir nicht gestürzt, dem Anderen Dank! Zum Glück

Sah er die Straße und war storchenblind.

(mw)

(mcl)

14. März 2008

Bei der Produktion

Bei der Produktion
von Glückseligkeit
läuft im Spiegelwerk
die Produktion von Neid

Denn nicht jedem, dem ein Bild
vom glücklich-intensiven Leben
in die Hand gegeben

wird im gleichen Maß das Wissen

wie man sich dorthin bewegt
mit dazu gelegt

(mw)

(mcl)

7. März 2008

Unwetter

Dunkel
die Wolken ziehen auf
ein Donnern

zerbricht die Stille.

(mcl)

(mcl)


1. März 2008

Alter Baum

Die Rinde runzlig, dürr die Äste
Stark gekrümmt der Stamm
Halb geöffnet seine Weste
Und die Blätter klamm

Steht er da. Gedrungen, knotig
Klein und dicht verzweigt
Seine Krone schalkdevot sich
Weit zu Boden neigt.

Trotz des hohen Alters scheint er
Rüstig und robust
Von der Zeit gelehrt vereint er
Tod und Lebenslust.

Fest verwurzelt in der Erde
Schaut er nach der Sonne;
Wie es war und ist und werde
Scheint ihm voller Wonne

Ist sich Wetter-Selbstbefinder
Niemals regenbang
- in seiner Krone spielen Kinder
schon sein ganzes Leben lang…

(mw)
(mcl)